Konzentrationsprobleme nach Sepsis – wird das irgendwann besser?

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  • #381
    Jule92
    Teilnehmer

    Hallo zusammen, ich bin seit etwa 8 Monaten aus der Klinik raus und kämpfe immer noch mit dem sogenannten Brain Fog. Ich vergesse mitten im Satz was ich sagen wollte, kann keine langen Texte mehr lesen und bei der Arbeit bin ich nach 2 Stunden völlig durch. Mein Hausarzt meint das legt sich, aber ich hab das Gefühl er nimmt das nicht wirklich ernst. Hat jemand von euch ähnliches erlebt? Gibt es irgendwas das wirklich hilft, Ergotherapie, Training, irgendwelche Übungen? Ich will einfach wissen ob das irgendwann besser wird oder ob ich mich damit abfinden muss.

    #382
    Michael74
    Teilnehmer

    Das kenne ich leider sehr gut. Ich war vor zwei Jahren auf der Intensivstation und hatte danach monatelang genau diese Probleme. Das Ärgerlichste war tatsächlich das Gefühl, dass die meisten Ärzte das kleinreden. Es wird bei den meisten besser, aber es dauert – das war bei mir so und das höre ich von vielen hier im Forum.

    Was mir persönlich geholfen hat: regelmäßige kurze Pausen erzwingen, also wirklich strikt, und nicht versuchen durch die Erschöpfung durchzupowern. Das macht es schlimmer. Ergotherapie war bei mir auch hilfreich, aber ich musste wirklich hartnäckig beim Hausarzt sein um die Überweisung zu bekommen.

    #383
    Maria LehmannMaria Lehmann
    Teilnehmer

    Mein Mann hat nach seiner Sepsis ähnliches durchgemacht, und ich hab ihn damals dabei begleitet. Der Brain Fog ist wirklich ein zentrales Thema beim Post-Sepsis-Syndrom, aber er wird von vielen unterschätzt – auch im medizinischen Bereich leider.

    Was uns damals sehr geholfen hat war eine psychologische Praxis die sich auf genau solche Langzeitfolgen spezialisiert hat. Wir sind über Umwege da gelandet, aber es hat sich gelohnt. Ich hab den Erstkontakt damals hier gefunden, das ist eine Praxis die sich u.a. mit den psychischen und kognitiven Folgen nach schwerer Erkrankung beschäftigt. Vielleicht ist das ja ein Anlaufpunkt für dich.

    #384
    Stefan BrandtStefan Brandt
    Teilnehmer

    Danke dass du das so offen ansprichst. Ich glaube viele hier kennen das und es ist wichtig zu wissen man ist damit nicht allein. Der Hinweis mit der spezialisierten Praxis oben klingt interessant, das ist oft wirklich der entscheidende Unterschied – jemand der das Krankheitsbild kennt statt ein Hausarzt der es zum ersten Mal hört.

    Was die Zeitfrage angeht: bei mir hat sich nach etwa einem Jahr merklich was verändert. Nicht alles auf einmal, aber so ein leises Besserwerden. Halte durch und forder ruhig mehr Unterstützung ein als dir angeboten wird!

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