Verlustangst nach dem Tod meiner Schwester – wie geht ihr damit um?

Sepsisforum — Aufklärung & Community Foren Leben mit und nach der Sepsis Trauer & Verlust Verlustangst nach dem Tod meiner Schwester – wie geht ihr damit um?

Wichtig: Dieses Forum ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Sepsis zählt jede Minute — wähle sofort den Notruf 112.
Ansicht von 4 Beiträgen – 1 bis 4 (von insgesamt 4)
  • Autor
    Beiträge
  • #293
    Jule92
    Teilnehmer

    Meine Schwester ist vor einem Jahr an Sepsis gestorben, sehr plötzlich und für uns alle unfassbar. Seitdem lebe ich in ständiger Angst, noch mehr Menschen zu verlieren. Wenn mein Mann nicht ans Telefon geht, denke ich sofort das Schlimmste. Wenn meine Mutter hustet, gehe ich innerlich in Panik. Das ist so erschöpfend. Ich schafe es kaum noch, normal mit meinen Liebsten umzugehen, weil die Angst immer irgendwie dabei ist. Hat jemand ähnliches erlebt? Wie seid ihr da rausgekommen oder kommt zumindest besser damit klar?

    #294
    Maria LehmannMaria Lehmann
    Teilnehmer

    Das kenne ich leider sehr gut. Ich hab meinen Vater vor zwei Jahren verloren und danach war jede Kleinigkeit ein Alarm für mich. Jedes Kratzen im Hals bei meinen Kindern hat mich sofort in Panik versetzt.

    Was mir wirklich geholfen hat war eine Trauergruppe, also wirklich in Person, nicht nur online. Da sitzen Menschen, die das verstehen ohne dass du groß erklären musst. Viele Hospizdienste bieten sowas kostenlos an. Schau mal ob es in deiner Nähe etwas gibt. Die Angst wird nicht sofort weg, aber man fühlt sich weniger allein damit.

    #295
    Frank60plus
    Teilnehmer

    Jule, das was du beschreibst ist glaube ich viel häufiger als man denkt. Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen, besonders wenn es so schnell geht wie bei der Sepsis, bleibt das Nervensystem einfach in so einem Alarmzustand stecken. Das ist keine Schwäche, das ist eine Reaktion auf ein echtes Trauma.

    Ich hab damals, als meine Frau nach ihrer Intensivzeit sehr lange krank war und wir nicht wussten wie es ausgeht, auch so eine anhaltende Anspannung entwickelt. Hab dann auf Empfehlung einer Bekannten mal was in Richtung hypnose selbstbewusstsein ausprobiert – ich war anfangs skeptisch, aber es hat mir tatsächlich geholfen, diese innere Alarmanlage ein bisschen runterzuregeln. Vielleicht ist das ein Ansatz für dich, zusätzlich zu dem was Maria sagt.

    #296
    Stefan BrandtStefan Brandt
    Teilnehmer

    Ich lese hier öfter mit und wollte mich kurz melden. Mein Bruder ist vor drei Jahren gegangen, ebenfalls Sepsis. Diese Verlustangst die du beschreibst, das Warten auf das nächste Schlimme – das zieht sich bei mir auch noch durch den Alltag.

    Was ich sagen kann: Es wird mit der Zeit nicht unbedingt weniger intensiv, aber man lernt besser damit umzugehen. Professionelle Hilfe zu suchen ist kein Zeichen dass man es nicht selbst schafft. Ich hab lange gewartet damit und würde das heute anders machen. Du bist hier richtig mit deiner Frage.

Ansicht von 4 Beiträgen – 1 bis 4 (von insgesamt 4)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.